WARUM SO TEUER?

Wie üblich im Handwerk, dauert es auch in der Keramik fast immer länger als man denkt. Zudem muss die Herstellung in viele Einzelschritte unterteilt werden, was zu einem sehr langen und aufwendigen Herstellungsprozess führt.

1. Erstellung oder Wahl der Positivform
Als Positiv kann sowohl eine bereits vorhandene Form (bspw. ein Glas) genutzt werden, als auch eine selbst gemachte (bspw. eine getöpferte Tasse). Je mehr Unterschnitte und Details die Positivform hat, desto komplexer wird die Gipsform.

2. Erstellung der Gipsform
Bei Gefäßen ohne Unterschnitte (bspw. konvexe Becher ohne Henkel) wird eine einzige Gipsform hergestellt. Sobald das Positiv Unterschnitte oder Ausstülpungen hat (bspw. Tasse mit Henkel), muss die Gipsform aus mindestens zwei Teilen hergestellt werden. Die Formen können mehrfach verwendet werden. 

3. Gießen des Porzellans
Gips entzieht dem flüssigen Porzellan das Wasser, wenn es in die Form gegossen wird. Das Porzellan bleibt so lange in der Form, bis sich die gewünschte Wandstärke gebildet hat. Anschließend kann der noch flüssige Inhalt wieder ausgegossen werden. Nach einiger Zeit kann die neue Porzellanform herausgenommen werden. 

4. Verzierung der Porzellanform
Die erstellte Porzellanform kann direkt nach Herausnahme aus der Gipsform mit Farbe, Engobe, Stempeln oder ähnlichem verziert werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das noch weiche Porzellan nicht verbogen/beschädigt wird, da es  in diesem Zustand noch sehr fragil ist. 

5. Trocknen vor dem ersten Brand
Damit die Porzellanform gebrannt werden kann, muss sie vollständig durchgetrocknet sein.
Je nach Wandstärke und Raumtemperatur kann das Trocknen ein paar Stunden oder ein paar Tage dauern.

6. Schrühbrand
Das setzen des Ofens ist recht aufwendig. Die Porzellanformen können nach bestimmten Regeln eingeräumt und gestapelt werden. Der Ofen heizt bis 900 Grad hoch und läuft inkl. Abkühlen ca. 24h. Durch diesen Brand wird das Porzellan ungefähr so fest wie im Kühlschrank gelagerte Schokolade und ist im Anschluss noch wasserdurchlässig.

7. Glasieren
Die geschrühte Porzellanform wird für ein paar Sekunden in flüssige Glasur getaucht. Da das Porzellan noch sehr porös ist, entzieht es der Glasur die Flüssigkeit, sodass sich diese wie ein dichter Pulvermantel auf sie legt. Das Glasurpulver löst sich in diesem Zustand noch leicht ab und muss deshalb sehr behutsam behandelt werden

8. Trocknen vor dem 2. Brand
Damit die glasierte Porzellanform gebrannt werden kann, muss sie vollständig durchgetrocknet sein.
Je nach Wandstärke und Raumtemperatur kann das Trocknen wenige Stunden bis zwei Tage dauern.

9. Glattbrand
Der Ofen wird so eingeräumt, dass sich die glasierten Prozellanformen im Ofen nicht berühren, da sie sonst verschmelzen. Je nach Glasur und Porzellanart werden die Formen bei 1.230-1.300 Grad gebrannt. Der Brand dauert insgesamt inkl. Abkühlen ca. 36h. Die Form schrumpft während des Brandes um ca. 20% und wird wasserundurchlässig.

10. The End
Nach dem Glattbrand ist die Porzellanform endlich fertig. Da der Ofen für die hohen Temperaturen sehr viel Energie verbraucht, wird er im Normalfall nur dann gestartet, wenn ausreichend Formen gefertigt wurden. Dies sorgt u.a. dafür, dass der gesamte Prozess vom Gießen bis zum fertigen Produkt mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann.

Porzellan Porten, Bismarckstraße 104, 20253 Hamburg